Haus der Steinbcke. Heiligenblut. Nationalpark Hohe Tauern


Nachwuchs bei den Steinböcken


Bei den Alpensteinböcken erweckt nicht erst der Lenz Frühlingsgefühle. Denn die Brunft der Großsäuger findet von Dezember bis Jänner und damit im hochalpinen Winter statt.


Steinbock-Geiß mit Nachwuchs

Ist es Zeit für die Fortpflanzung, gesellen sich die Böcke zu den Geißen, die sonst in getrennten Rudeln leben.

Doch die „Zweisamkeit“ ist nur von kurzer Dauer: Nach der Paarung geht es wieder zurück in den geschlechtergetrennten Alltag. Ausnahmen macht das Rudel der Weibchen lediglich für seinen jungen männlichen Nachwuchs. Daher sind Böcke im zarten Alter von 2-3 Jahren noch an der Seite der Geißen zu sehen.

Getrennte Wege 

Nach der Brunft gehen Böcke und Geißen aber auch territorial getrennte Wege: Während die Männchen ehestmöglich in Richtung der Sommereinstände ziehen, nehmen die Weibchen keine zu langen Wanderungen mehr auf sich. Um optimale Bedingungen für die Geburt ihres Nachwuchses zu schaffen, suchen sie sichere Setzeinstände auf. Dabei werden steile, felsige Positionen bevorzugt.

Einzelkinder mit Spieltrieb

Zwischen Mai und Juni erblickt der Steinbock-Nachwuchs das Licht der Welt. Dabei setzen die Geißen für gewöhnlich ein Kitz, das noch am gleichen Tag der Mutter zu folgen beginnt. Schon nach 4-5 Wochen sind die Jungtiere Teil von „Jugendverbänden“, die man im Nationalparkgebiet immer wieder beim Tollen beobachten kann.

Bis ein Weibchen erfolgreich setzt, kann es allerdings dauern: Zwar werden die Geißen im Alter von 2-3 Jahren geschlechtsreif, doch setzen sie im Durchschnitt erst mit 4 Jahren ihr erstes Kitz.

Bei den Böcken lässt der Fortpflanzungserfolg noch länger auf sich warten: In gut strukturierten Beständen kann es um die 9 Jahre dauern, ehe ein Männchen seine Gene weitergibt.

Erfreuliche Bilanz nach einem harten Winter

Ein strenger Winter ist eine nicht zu unterschätzende Herausforderung für die Alpensteinböcke. Denn schon eine milde vierte Jahreszeit kann Bestandsausfälle um die 50% fordern.

Umso positiver stimmen uns die Daten der am 15. Juni durchgeführten länderübergreifenden Zählung: Dabei wurden auf Kärntner Seite ca. 160 Tiere, darunter auch 29 frisch gesetzte Kitze, bestätigt. Dass der Nachwuchs gesund zu sein scheint und sich positiv entwickelt, stimmt ebenso positiv wie der Umstand, dass die Zählung auch eine Wiedererfassung „alter Bekannter“ ermöglichte.

Wer im Sommer in den Hohen Tauern unterwegs ist, darf sich also – mit etwas Glück – auf die ein oder andere Begegnung mit dem Nachwuchs des Alpenkönigs freuen.

Quellen:

Nationalpark Hohe Tauern: Tierwelt – Wissenschaftliche Schriften

Nationalpark Hohe Tauern: Der Alpensteinbock


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