Haus der Steinbcke. Heiligenblut. Nationalpark Hohe Tauern


5 Dinge, die Sie über den Alpensteinbock (wahrscheinlich) noch nicht wussten


Der Steinbock versetzt nicht nur mit seiner imposanten Figur, sondern auch mit manch besonderer Verhaltensweise in Staunen. Welche das sind, verraten wir hier


Steinbock im Nationalpark Hohe Tauern
Quelle: NPHT

1. Steinböcke machen kein Geheimnis ums Alter

Im Gegensatz zu uns Menschen tragen Steinböcke ihr Alter offensiv zur Schau: Denn die Hörner der männlichen Tiere weisen sogenannte Jahresringe auf, die durch Unterbrechungen des Hornwachstums während der Wintermonate entstehen.

Einfach abzulesen ist das Alter trotzdem nicht, denn die Jahresringe sind nicht mit den Schmuckleisten an den Vorderseiten zu verwechseln: Wer wissen will, wie alt ein Bock ist, muss vielmehr die schmalen Horneinschnitte zählen, die am besten seitlich oder von hinten zu erkennen sind. Bei älteren Tieren kann es außerdem zu Unschärfen bei der Bestimmung kommen, da das Hornwachstum bei Böcken ab dem 10. oder 11. Lebensjahr deutlich abnimmt. Geringfügige Zunahmen werden dann mitunter von Fell verdeckt.

Die Geißen halten mit ihrem Alter noch stärker hinter dem Berg: Denn die jährlichen Zuwächse ihrer wesentlich kürzeren Hörner sind im Freiland kaum zu bestimmen. Zusätzlich gilt es zu berücksichtigen, dass sie in Jahren, in denen sie ein Kitz führen, nur geringfügige Hornschübe aufweisen, da die Entwicklung des Fötus und die Milchproduktion viel Energie erfordern. Bei der Altersbestimmung gilt es deshalb auch weitere körperliche Merkmale zu berücksichtigen.

2. Steinböcke warten lange auf eigenen Nachwuchs

Die Weitergabe der eigenen Gene braucht bei den Alpensteinböcken Zeit: Geißen setzen im Schnitt im Alter von vier Jahren ihr erstes Kitz. Bei den Böcken dauert es bis zum erstmaligen Fortpflanzungserfolg sogar noch länger: In gut strukturierten Beständen werden sie erst mit etwa neun Jahren Vater.

3. Steinböcke erwärmen sich nicht für Schnee

Obwohl Steinböcke in hochalpinen Gebieten unterwegs sind, haben sie keine besondere Affinität zu Schnee – ganz im Gegenteil: Da die Wildart verhältnismäßig schlecht ans weiße Gold angepasst ist, bevorzugt es im Winter schneearme und schneefreie Gebiete.

Dabei reagiert der Steinbock rasch und durchaus flexibel auf Veränderungen in punkto Temperatur und Niederschlag. Ein von uns beobachteter Bock verlagerte seinen Standort binnen kürzester Zeit sogar um nahezu 500 m Seehöhe nach unten, um Neuschnee auszuweichen.

4. Steinböcke wandern unterschiedlich gern

Was die Wanderfreudigkeit des Steinwilds anbelangt, gelangen wissenschaftliche Analysen zu unterschiedlichen Ergebnissen: Abgesehen von einigen relativ ortstreuen Böcken, die sich in einem Gebiet von wenigen hundert Hektar bewegen, dürften die meisten männlichen Tiere aber zumindest einmal raumgreifende, weite Wanderungen auf sich nehmen. Der von uns 2006 im Ködnitztal besenderte Rupert erwies sich dabei als besonders wanderfreudig: Binnen eines Jahres durchstreifte er rund 13.600 Hektar. Dabei legte er eine Gesamtstrecke von 570 km zurück.

Aber nicht nur innerhalb der Steinbockbestände der Hohen Tauern, sondern auch im internationalen Vergleich treffen wir auf Unterschiede in Sachen Raumverhalten: Wie eine Gegenüberstellung zeigt, fallen die Streifgebiet Schweizer Böcke kleiner aus als jene unserer männlichen Tiere.

5. Böcke sterben früher

Auch beim Steinwild haben Weibchen bei der Lebenserwartung die Nase vorn: Während Böcke mit durchschnittlich 15 bis 18 Jahren das Zeitliche segnen, können Geißen zwischen 18 und 22 Jahre alt werden.

 

Spannend, nicht wahr? Mehr Staunenswertes über den König der Alpen vermittelt die Dauerausstellung im Haus der Steinböcke, die im Frühsommer 2020 ihre Tore öffnet.

 

Quelle:
Nationalpark Hohe Tauern: Der Alpensteinbock


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